Geschichte der Kolping Theatergruppe

Nach dem Krieg, dem Ende der Reichsmark und dem Start der D-Mark formierte sich 1948 in der Kolpingsfamilie eine Gruppe Laienspieler, die sich schnell wachsender Beliebtheit erfreute. Ein- oder zweimal im Jahr wurden Theaterstücke im Saal Dammer aufgeführt, wobei der große Saal erst 1954 fertig wurde. Er war in Eigenleistung erstellt worden. Bis dahin fanden die vieler kleiner Feste und Aufführungen im kleinen Saal statt, der rund 150 Menschen fasste. Die Gesellen und Meister, die am Wiederaufbau des großen Saals beteiligt waren, sorgten   auch für die Bühnenbilder und deren Aufbau, viele Frauen zeichneten für Deko und Requisiten verantwortlich.

Auch der Karneval nahm in der Kolpingsfamilie die Hauptrolle in Gestalt von bunten Abenden, Maskenbällen und vielem mehr ein. Fast zehn Jahre hatte die Familie eine eigene Kapelle, wie aus den alten Programmen zu ersehen ist. Unvergessen sind auch die Rosenmontags-Frühschoppen mit Büttenreden von Karl Klingen und meiner Wenigkeit. Als der Tulpensonntag einmal ausfiel, organisierten wir mit dem Frohsinn zusammen einen Karnevalszug durch die Stadt zum Sportplatz, wo wir in Kostümen versuchten, Fußball zu spielen. Schiedsrichter war Leo Pollen. Jeder konnte kurze Pausen einlegen, in denen es leckere Würstchen, Frikadellen und frisches Pils am umgebauten Blumenwagen der Familie Rankers gab. Gezapft wurde es von Kaplan Jakobs.

Als dann Anfang der 60er Jahre das Komitee gegründet wurde, fanden die großen Veranstaltungen immer im Kolpinghaus statt. Alle Vereine konnten ein Mitglied in den Vorstand wählen. Von der Kolpingfamilie wirkten dabei mit: Hermann-Josef Müllers und Winfried Bergers. Auf der Bühne waren H. Tappeser, J. Cox, K. Klingen und K. Peffer dabei. 1963 war Hermann-Josef Müller der letzte Prinz der Stadt Lobberich. Seine Minister waren J. Albersmann und W. Peschel. 1988 musste das Kolpinghaus verkauft werden, nicht zuletzt wegen der großen baulichen Auflagen. Fernsehen und Discotheken trugen dazu bei, dass die Angebote immer weniger Interesse fanden. Seit dieser Zeit haben wir in der "Brücke" eine neue Heimat gefunden und können hier unsere Arbeit und Ziele weiter in der Gemeinde durchführen.

Zum 60. Mitgliedsjahr von Hermann-Josef und mir standen in der Urkunde die Worte von Adolf Kolping: "Nur mutig vorwärts, Gott wird für die Zukunft sorgen!" Diese Aufforderung geben wir an alle weiter. "Treu Kolping!"  

 

von Karl Peffer (verstorben 11.04.2018)